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Grundlagen
Der Begriff "Islam"
Der Begriff "Islam"
Islam (Gottergebenheit [1]) ist jene Haltung, die Din erfüllt in der
Hingabe an Gott. Abgeleitet ist das Wort vom IV. Stamm der Wortwurzel
s-l-m, was "heil, unversehrt, ganz, vollständig, sicher, frei sein"
bedeutet. Islam im Sinne einer Weltreligion ist nur eine, und nicht
grundlegende Bedeutung des Wortes. Auch, das alle Dinge den
Naturgesetzen Gottes gehorchen, kann als Islam bezeichnet werden, bis
hin zu jeder Handlung, die Gott gefällt. Nach Aussage des Koran hat der
Prophet Muhammad keine neuartige Religion gebracht [2], sondern
vielmehr die Urreligion der Menschheit wiederbelebt [3]. Adam wird
dabei als erster in der Reihe der Propheten gesehen [4].
Wörter wie Salam ("Unversehrtheit, Friede, Sicherheit") und Muslim
("der sich Gott Hingebende, Dienende") sind mit dem Wort Islam
verwandt, da sie aus der gleichen Wortwurzel gebildet werden.
Der Begriff "Din" für Religion
Das arabische Wort Din ("Religion") ist verwandt mit dem Wort dain
("schulden") und bezeichnet sinngemäß das, was der Mensch Gott, sich
selbst und der Schöpfung insgesamt schuldet. Nach islamischer Ansicht
ist damit eine ethisch verantwortete Lebensweise gemeint, die alle
Lebensäußerungen umfasst und auf dem Hintergrund der Beziehungen des
Menschen ordnet, nämlich zu seinem Schöpfer, sich selbst, seinen
Mitmenschen, den Geschöpfen und zur Schöpfung insgesamt. Din ist somit
ein System gegenseitiger Verpflichtungen, sowohl zwischen Mensch und
Gott, näher bezeichnet als Bund Gottes mit den Menschen (mit bestimmten
prophetischen Persönlichkeiten oder mit einzelnen Völkern), und auch
zwischen den Menschen untereinander.
Die Pflege dieser Beziehungen und die Wahrung der damit verbundenen
Rechte und Pflichten ist die Verwirklichung des religiös-ethischen
Lebensprinzips (iqamatu 'd-Din). Am "Tag des Gerichts" (yaumu'd-Din)
werden die aus dem Gleichgewicht geratenen Beziehungen
wiederhergestellt und die ethischen Werte und Ziele voll verwirklicht.
[1] "Wahrlich, die Religion bei Gott ist die Gottergebenheit (Islam)."
(3:20)
[2] "Sprich: «Ich bin keine neue Erscheinung unter den Gesandten, und
ich weiß nicht, was mit mir oder mit euch geschehen wird. Ich folge
bloß dem, was mir offenbart wurde; und ich bin nur ein erklärender
Warner.»" (46:10)
[3] "Er (Gott) hat euch in der Religion das vorgeschrieben, was er Noah
zum Vermächtnis gegeben hat und was Wir dir (Muhammad) offenbart haben
und was wir Abraham, Mose und Jesus zum Vermächtnis gegeben haben:
Nämlich, bleibt standhaft in der Religion, und seid nicht gespalten
darin." (42:14)
[4]"Gott erwählte Adam und Noah und das Haus Abrahams und das Haus
Imrans vor den Völkern, ein Geschlecht, die einen von den anderen; und
Gott ist allhörend, allwissend." (3:34 f.)
Glaube
In der islamischen Glaubenslehre (arab. aqida) sind sechs
Glaubensartikel enthalten. Diese sind:
Der Glaube an Gott
Der Glaube (arab. Iman [1]) an die Einheit und Einzigkeit Gottes stellt
das Axiom für alle anderen Glaubensinhalte dar. Im Koran lesen wir:
"Ihr Gläubigen! Glaubt an Gott und Seinen Gesandten und die Schrift,
die er auf Seinen Gesandten herabgesandt hat, und an die Schrift, die
er früher herabgesandt hat! Wer an Gott, Seine Engel, Seine Schriften,
Seine Gesandten und den Jüngsten Tag nicht glaubt, ist weit abgeirrt."
(Koran 4:136) [2]
Der Glaube an die Engel
Muslime glauben an die Existenz von Engeln, die im Koran sowie in der
Sunna erwähnt werden. Z.B. gilt der Erzengel Gabriel als Überbringer
der Offenbarungen Gottes an die Gesandten.
Der Glaube an die von Gott geoffenbarten Schriften
Ebenso glauben Muslime an alle geoffenbarten Schriften Gottes an die
Gesandten (also auch die Thora und das Evangelium), die diese zu
verschiedenen Zeiten an verschiedenen Orten erhalten haben. Der Glaube
an den Koran beinhaltet, dass der Koran die abschließende Offenbarung
Gottes ist, nach der bis zum Jüngsten Gericht keine weitere mehr folgen
wird.
Der Glaube an die Gesandeten Gottes
Muslime glauben an alle Gesandten Gottes sowie an alle Aussagen, die im
Koran und in der Sunna über sie enthalten sind. So wie der Koran die
letzte Offenbarung Gottes darstellt, gilt auch der Prophet Muhammad als
"das Siegel der Propheten", nach dem keiner mehr folgen wird.
Der Glaube an den Jüngsten Tag
Der Glaube an den Jüngsten Tag beinhaltet den Glauben an die
Auferstehung, das Jüngste Gericht, das Paradies und die Hölle und an
alle Aussagen, die in Koran und Sunna darüber enthalten sind.
Der Glaube an al-Qadar
Der Glaube an die Vorhersehung beinhaltet Gottes Vorauswissen über
alles Zukünftige und dessen Verwirklichung bei gleichzeitiger Willens-
und Handlungsfreiheit des Menschen. Damit ist kein Fatalismus gemeint.
Sehen die Ungläubigen denn nicht, dass
die Himmel und die Erde eine einzige dichte Masse waren, die Wir
spalteten, und dass Wir dann aus dem Wasser alles Lebendige enstehen
liessen? Wollen sie denn nicht glauben? (Koran 21:30)
In einem Hadith des Propheten heißt es: "Islam ist, dass du bezeugst,
dass es keine Gottheit außer (den einen) Gott gibt, und das Muhammad
der Gesandte Gottes ist; und dass du das Gebet verrichtest, die Zakat
entrichtest, im Ramadan fastest und zum Haus (Gottes) pilgerst... Und
Iman ist, dass du den Glauben an Gott, an Seine Engel, an Seine
Schriften, an Seine Gesandten und an den Jüngsten Tag verinnerlichst,
und das du den Glauben an al-Qadar – sein Gutes und sein Schlechtes –
verinnerlichst."[3]
[1] Wenn wir im Deutschen den Begriff "Glauben" verwenden, dann kann
"ich glaube" im Sinne von "ich weiß es nicht, aber ich vermute"
verstanden werden. "Glaube" im Islam dagegen, wird mit dem Wort "Iman"
wiedergegeben, das von der Wortwurzel "amuna" ("treu, zuverlässig
sein") und "amina" ("in Sicherheit sein, sich sicher, friedlich fühlen,
anvertrauen") abgeleitet wird. Das Wort "emana" bedeutet "Gewissheit
haben". Glaube im Islam ist demnach kein Akt der Vermutung, sondern ein
bewusster Glaube. Ein Glaube ohne Überzeugung gibt es im Islam nicht.
Dies wird auch unten unter "Fünf Säulen des Islam" beim Glaubenszeugnis
(Sahida) deutlich.
[2]Vgl. auch 2:285
[3] Vgl. at-Tirmizi, Iman 4
der koran
Der Koran(manchmal auch "Qur’an" geschrieben) [1]
Koran (auch Kalam Allah – "Wort Gottes") bedeutet "Lesung, das
Vorgetragene". Er ist in arabischer Sprache [2]geoffenbart und gilt als
das authentische Wort Gottes (Verbalinspiration). Er enthält 114 Suren
(Kapitel), über 6200 Verse [3] und ist dem Propheten Muhammad ab 610
n.Chr., teils in Mekka (12,5 Jahre), teils in Medina (10,5), in einem
Zeitraum von 23 Jahren offenbart worden.
Nach muslimischer Auffassung ist der Koran ein sprachlich und
inhaltlich von Gottesgeschöpfen unerreichbares Wunder [4], das bei Gott
auf einer "wohlverwahrten Tafel" [5] ist . Seine Verse sind in
Reimprosa.
Das koranische Selbstverständnis wird in Sure 3:7 deutlich: "Er (Gott)
ist es, der dir das Buch herabgesandt hat. Darin sind eindeutige klare
Verse - sie sind die Grundlage des Buches (umm al-Kitab) - und andere,
die unterschiedlich zu deuten sind..."
Diese "unterschiedlich zu deutenden" Verse bieten nach Auffassung der
islamischen Gelehrten die Grundlage für die Weiterentwicklung des Islam
in der Geschichte durch differenzierte Interpretationsmöglichkeiten.
a) Die beherrschenden Themen in Mekka
Zu den frühsten Themen gehören die Verse über den Weltuntergang und das
Gottesgericht. Der Prophet selbst tritt auf als "Warner" der Menschen,
"Rufer" zur Gerechtigkeit und "Überbringer" der Botschaft des einzigen,
anbetungswürdigen Gottes [6], wobei er Anfangs als mursal [7] und
später als rasul vorkommt.
Auch das Thema der Barmherzigkeit Gottes (rahma) steht am Anfang der
Offenbarungen. Im Zentrum steht jedoch der Aufruf zum Glauben an Allah,
dem einen und einzigen Gott (= Monotheismus).
Der nächste Themenkomplex (in der dritten mekkanischen Periode) ist
derjenige der Prophetengeschichten (qisas al- Anbiya), wobei der
Prophet als ein Glied in einer Kette vorhergegangener Propheten gilt.
Als "der letzte Prophet" kommt er erst in der Endphase der Offenbarung
vor.
b) Die Hauptthemen in Medina
In Medina findet eine intensive Auseinandersetzung mit Juden und
Christen statt, die als ahl al-Kitab (Leute der Schrift) und somit als
Gläubige anerkannt werden. Außerdem gibt es konkrete Anweisungen zum
Kultus (Beten, Fasten, Zakat, Hadsch usw.), so dass automatisch auch
eine Abgrenzung zum Judentum und zum Christentum stattfindet.
Das inhaltliche Hauptgewicht des Offenbarungstextes (über 90%) liegt
auf: - Aufbau und Regeln der Gemeinschaft (ethische Werte);
- Gott und Seinen Eigenschaften;
- Propheten und historischen Gestalten (aus der semitischen Tradition);
- früheren heiligen Schriften und Offenbarungen sowie der gesamten
Schöpfung: Welt, Himmel, Erde, Mitgeschöpfe, Naturerscheinungen,
metaphysischen Wesenheiten wie Engel, Cinn u.a.;
- vergangenen Völkern und ihrer Geschichte.
Somit ist der Koran kein "Gesetzbuch", wie das von manchen
Nichtmuslimen behauptet wird. Denn nur in weit geringerem Maße (ca. 6%)
enthält der Koran Vorschriften (Gebote und Verbote [8]).
[1] Im Deutschen findet man häufig die Schreibweise "Koran" wieder.
Dies entspricht eher der Aussprache persischer Muslime. Die türkischen
Muslime schreiben Kur’ân.
[2] "Dies sind die Verse (Zeichen) einer deutlichen Schrift. Wir haben
sie dir (Muhammad) als einen arabischen Koran hinabgesandt. Vielleicht
würdet ihr verständig sein." (12:2). Siehe auch 13:37, 20:113, 39:28,
41:3, 42:7, 43:3, 46:12.
[3] Es gibt verschiede Verszählungen.
[4] "Wenn sich auch die Menschen und die Cinn vereinigten, um ein
diesem Koran Gleiches hervorzubringen, brächten sie doch nichts
Gleiches hervor, selbst wenn sie einander beistünden." (17:88); vgl.
auch 2:23 und 10:37-38.
[5] "Ja, es ist ein ruhmvoller Koran auf einer wohlverwahrten Tafel."
(85:22) "...und wahrlich, er ist bei uns in der Mutterschrift, erhaben
und weise." (43:3-4)
[6] Der Inhalt richtet sich an den reinen Monotheismus.
[7] Partizip passiv: "Einer, der als Gesandter (rasul) geschickt wurde".
[8] Die Zehn Gebote sind auch im Koran enthalten.
die fuenf seulen
Zur islamischen Pflichtenlehre
Für die Erfüllung der von Gott aufgetragenen Pflichten gilt der
Grundsatz, dass alles erlaubt ist, was nicht ausdrücklich verboten ist.
Gott erlegt den Menschen nichts auf, was sie nicht zu tragen vermögen
[1]. Außerdem müssen zur Erfüllung der Pflichten, Bedingungen erfüllt
werden. Wenn diese nicht erfüllt werden können, haben die Muslime die
Möglichkeit, Ausnahmeregelungen zu befolgen. Dies haben die Muslime der
flexiblen islamischen Rechtswissenschaft (fiqh) zu verdanken, in der
die wichtigsten Grundlagen für das Leben der Muslime, bereits seit dem
8. Jh. geklärt wurden.
Die "Fünf Säulen des Islam"
Jeder, der sich mit dem Islam beschäftigt, hat sicherlich von den "Fünf
Säulen des Islam" [2] gehört:
Das Glaubenszeugnis (Sahada), dass es keine andere Gottheit gibt außer
Allah und dass Muhammad der Gesandte Gottes ist
Das fünfmalige Gebet am Tag (Salat)
Die jährliche Pflichtabgabe (Zakat) der Wohlhabenden an die Bedürftigen
Das Fasten (eigentlich "das sich Enthalten") im Monat Ramadan (Saum)
Die Pilgerfahrt (Hadsch) nach Mekka, die jeder Muslim einmal im Leben
unternehmen muss, sobald es die finanziellen und gesundheitlichen
Umstände erlauben
Zum Glaubenszeugnis
"Ich bezeuge, dass es keine Gottheit gibt außer (den einen) Gott und
ich bezeuge, dass Muhammad sein Diener und Gesandter ist".
Ein wahrer Gläubiger ist jemand, der dies sowohl mit seiner Zunge
bezeugt, als auch mit seinem Herzen und seinen Taten bestätigt. Unter
Zwang darf und kann niemand Muslim werden.
Das arabische Wort "a_hadu" bedeutet: "Ich bezeuge!" und leitet sich ab
von der Wortwurzel "_ahida" ("Zeuge zu sein, anwesend sein"); "_ahada"
("Zeugnis ablegen, eine Zeugenaussage machen"); und schließlich im III.
Stamm "_ahada" ("sehen, beobachten"). Dass heißt also, dass ein Muslim
weiß, woran er glaubt und was er bezeugt. Der Glaube findet hier also
nicht als "Spekulation" oder "Vermutung", sondern als ein bewusster
Vorgang statt.
Zum Gebet
Laut Koran und Sunna ist es für alle volljährigen und geistig gesunden
Muslime Pflicht, fünfmal täglich zu beten. Dabei werden die
Gebetszeiten eingeteilt in "Gebet der Morgendämmerung, Mittagsgebet,
Nachmittagsgebet, Abendgebet und Nachtgebet".
"Und verrichtet das Gebet, gebt die Zakat und nehmt (beim Gottesdienst)
an der Verneigung teil!" (2:43)
"Ich bin Gott. Es gibt keinen Gott außer mir. Darum diene mir und
verrichte, meiner (in Ehrfurcht) gedenkend, das Gebet!" (20:14)
Alle Gebete finden in arabischer Sprache statt. Außer diesem rituellen
Gebet gibt es auch im Islam das Bittgebet (arab. dua), das jeder in
seiner jeweiligen Muttersprache machen kann. [3]
Zur Bedeutung des Gebets sagt der Prophet, dass es der Stützpfeiler der
Religion ist. Wer immer es einhält, hält seine Religion aufrecht, und
wer immer es nachlässt, lässt seine Religion einstürzen.
Es besteht jederzeit die Möglichkeit, einem solchen Gebet in einer
Moschee vor Ort zuzusehen und den Muslimen direkt Fragen dazu zu
stellen. Das Gebet beinhaltet Danksagungen und Lobpreisungen und dient
dazu, zu allen Tageszeiten mit unserem Schöpfer und Erhalter in Kontakt
zu treten.
Zum Fasten im Monat Ramadan
Die Grundeinheit des islamischen Jahres ist ein "Mondjahr". Es besteht
aus zwölf Monaten mit abwechselnd 30 und 29 Tagen. Die Dauer eines
Mondjahres beträgt ca. 354 Tage. Der islamische Kalender beginnt mit
dem 16. Juli des "Sonnenjahres" 622 n. Chr., dem Jahr der Auswanderung
(Hidschra) der Muslime von Mekka nach Medina.
Die Namen der zwölf Monate lauten:
1. al-Muharram (30)
2. Safar (29)
3. Rabi al-Awwal (30)
4. Rabi at-Tani (29)
5. Gumada al-Awwal (30)
6. Gumada al-Ahira (29)
7. Racab (30)
8. Saban (29)
9. Ramadan (30)
10. Sawwal (29)
11. Dzul-Qa’da (30)
12. Dzul-Hicca (29 und 30 Tage in Schaltjahren)
In Sure 2:183-185 heißt es: 183 "O ihr, die ihr glaubt! Das Fasten ist
euch vorgeschrieben, so wie es denen vorgeschrieben war, die vor euch
waren. Vielleicht werdet ihr (Gott gegenüber) ehrfürchtig sein. 184 Es
sind nur abgezählte Tage. Und wer von euch krank ist oder sich auf
einer Reise befindet, soll eine Anzahl anderer Tage (fasten). Und
denen, die es mit großer Mühe ertragen können, ist als Ersatz die
Speisung eines Armen auferlegt. Und wenn jemand freiwillig Gutes tut,
so ist es besser für ihn. Und dass ihr fastet, ist besser für euch,
wenn ihr es (nur) wüsstet! 185 Der Monat Ramadan ist es, in dem der
Koran als Rechtleitung für die Menschen herabgesandt worden ist und als
klarer Beweis der Rechtleitung und der Unterscheidung. Wer also in dem
Monat zugegen ist von euch, der soll in ihm fasten...Gott will es euch
leicht, Er will es euch nicht schwer machen, damit ihr die Frist
vollendet und Gott rühmt, dass Er euch geleitet hat. Vielleicht werdet
ihr dankbar sein."
Alle erwachsenen und gesunden Muslime müssen von Beginn der
Morgendämmerung bis Sonnenuntergang fasten. Ausgenommen sind jene, die
an Altersschwäche leiden, krank sind oder Reisende sowie schwangere und
stillende Frauen, Wöchnerinnen und Frauen, die ihre Monatsperiode
haben. Diese sind zur Erleichterung von der Fastenpflicht befreit,
sollen dies jedoch zu einem späteren Zeitpunkt nachholen.
Das deutsche Wort "Fasten" trifft nicht genau auf das zu, was mit
"Saum" gemeint ist. Der arabische Begriff meint vielmehr eine
Enthaltsamkeit, wobei der Verzicht auf Speisen und Getränke nicht das
Ziel, sondern vielmehr das Mittel zum Zweck ist. Man soll in dieser
Zeit seinen eigenen Körper kennen lernen und auch lernen Mitgefühl mit
denjenigen zu empfinden, die wirklichen Hunger leiden. Außerdem lernt
man was Ausdauer, Selbstbeherrschung, Enthaltsamkeit, Genügsamkeit und
Geduld ist.
Am Ende des Monats findet das "Fest des Fastenbrechens" (Ramadan-Fest)
statt. Die beiden Hauptfeste des Jahres sind a) das Opferfest [4] (eid
al-Adha), auch als "das große Fest" (al- eid al-Kabir) bezeichnet und
b) das Fest des Fastenbrechens [5] (eid al-Fitr), auch als "das kleine
Fest" bezeichnet (al-eid al- Sagir).
Zur Zakat
Zakat ist die jährliche soziale Pflichtabgabe der Wohlhabenden an die
Bedürftigen: "...Und die Spenden sind nur für die Armen und die
Bedürftigen, (ferner für) diejenigen, die damit zu tun haben,
diejenigen, deren Herzen gewonnen werden sollen, für den Loskauf von
Sklaven, für die, die verschuldet sind, für die Sache Gottes und für
den, der Unterwegs ist: eine Vorschrift von Gott. Gott weiß Bescheid
und ist weise." (Koran 9:58-60) [6]
Die Summe, von der Zakat gegeben wird, beträgt 2,5% des jährlichen
"Überschusses". Man unterscheidet bei der Zakat zwischen den äußeren
Gütern (Feldfrüchten, Früchten und Vieh) und den inneren Gütern
(Edelmetalle wie Gold und Silber und Kaufmannsware): Dies sind die
Vermögensbestandteile aus denen die Zakat bezahlt wird. Die äußeren
Güter sind sofort nach der Ernte zu bezahlen und die inneren Güter
nachdem sie ununterbrochen in einjährigem Besitz liegengeblieben sind.
Zakat wird häufig fälschlicherweise als "Almosen" bezeichnet.
Es gibt zwar keine Institution, die den Zahlungsprozess kontrolliert,
da jeder selbst für die Berechnung der Summe seiner Pflichtabgabe
verantwortlich ist. Nicht selten wird die Zakat an Moscheen übergeben,
die diese dann an die Bedürftigen weiterleiten.
Der eigentliche Gedanke, der hier zugrunde liegt, ist der, dass im
Grunde alles was der Mensch besitzt, ein ihm von Gott anvertrautes Gut
ist und der Mensch sich nur soviel davon nehmen darf, wie viel er zum
Leben braucht. Der Prophet bezeichnet deswegen "Genügsamkeit" als den
wahren Reichtum. Den Überschuss sollen die Wohlhabenden zur Herstellung
der sozialen Gerechtigkeit abgeben um sich von den "Schulden" den
Bedürftigen gegenüber zu "reinigen". Das Wort Zakat trägt unter anderem
auch die Bedeutung von "Gerechtigkeit" und "Reinheit".
Zur Hadsch
Die Stadt Mekka und in ihr die Kaaba (arab. für "Würfel") symbolisieren
das Herz der muslimischen Welt. Die Kaaba gilt als das erste Gotteshaus
(Moschee), das je erbaut wurde: "...Das erste (Gottes)haus, das den
Menschen aufgestellt worden ist, ist dasjenige in Bakka (d.h. Mekka),
zum Segen und zur Rechtleitung für die Menschen in aller Welt." (Koran
3:95- 96).
Im 8. Jahr nach der Hidschra (630 n.Chr.) wurde Mekka kampflos
zurückerobert und der Prophet beseitigte alle in der Kaaba befindlichen
(insgesamt 360) Götzen.
Die Pilgerfahrt wurde im 9. Jahr der Hidschra allen Muslimen einmal im
Leben zur Pflicht gemacht: "Die Pilgerfahrt findet in den bekannten
Monaten statt [7].Und wenn jemand in ihnen die Pilgerfahrt auf sich
nimmt (tritt in den Weihezustand ein:) Während der Pilgerfahrt keine
sinnliche Begierde, keinen Frevel noch irgendein Streit. Was ihr an
Gutem tut, Gott weiß es. Und verseht euch mit der Zehrung; aber
wahrlich, die beste Zehrung ist Rechtschaffenheit. Fürchtet Mich, die
ihr Verstand habt!"(Koran 2:197)
Sie ist Pflicht für die,
- die volljährig sind;
- die (sowohl geistig, als auch körperlich) gesund sind;
- die frei sind;
- die über genügend eigene Mittel verfügen, keine Schulden haben und
die, deren Existenz nicht bedroht ist.
Während der Hadsch kommen jährlich mehr als 2 Mio. Muslime an einem Ort
zusammen, so dass dieses Ereignis, das größte aller gemeinschaftlichen
Ereignisse im Leben eines Muslims ist.
Während der Hadsch, die mehrere Wochen dauern kann, muss man folgende
Dinge erfüllen:
a) Äußerung des Wunsches die Hadsch durchführen zu wollen;
b) vor dem Betreten der heiligen Stätten, körperliche Reinigung und das
Anlegen der Ihram-Kleidung, die meist aus zwei weißen Stoffteilen
besteht;
c) die siebenmalige Umkreisung der heiligen Moschee (Kaaba) gegen den
Uhrzeigersinn [8];
d) Wanderung nach Mina, um (symbolisch) den kleinen, mittleren und
großen Satan zu steinigen;
e) beten und rasten am Arafat-Hügel (29 km südöstl. von Mekka), am 9.
Dul Hicca, wo sich – laut Überlieferung – Adam und Eva wiederfanden;
f) die Wanderung (14 mal) zwischen den Orten Safa und Marwa;
g) das Schlachten von Opfertieren und vieles andere mehr.
In einer Überlieferung heißt es: "Wer die Hadsch ohne böse Taten
durchführt, wird zurückkommen wie ein neugeborenes Kind". D.h., dass
die Hadsch uns von unseren Sünden reinwäscht. In einer anderen
Überlieferung heißt es: "...Es gibt keine andere Belohnung für eine
(von Gott) angenommene Hadsch, als das Paradies". Der Prophet
bezeichnet die Hadsch sogar als den wertvollsten Dschihad: "Der
wertvollste Dschihad ist eine Hadsch, die von Gott angenommen wird." [9]
Auf diesen oben genannten fünf Säulen ist der Islam aufgebaut und dies
sind die wichtigsten Pflichten, die alle volljährigen und geistig
gesunden Muslime erfüllen müssen.
In der Pflichtenlehre unterscheidet man jedoch zwischen zwei
Pflichtebenen: Die eine Ebene ist die zwischen Gott und den Menschen
(ibadat), zu denen die "fünf Säulen" gehören, und die andere ist die
der zwischenmenschlichen Beziehungen (muamalat [10]). Diese werden aber
nicht voneinander getrennt, auch wenn sie unterschieden werden.
Dazu ein Beispiel:
Wie unter "Zakat" zu lesen ist, haben wohlhabende Muslime die Pflicht
von ihrem Vermögen an Bedürftige abzugeben, weil diese ein Anrecht auf
den Gütern der Wohlhabenden haben, weswegen es für diese eine "Pflicht"
ist, etwas davon abzugeben. Indem der Wohlhabende etwas abgibt, erfüllt
er nicht nur den Menschen gegenüber seine Pflicht – wodurch ein
soziales Gleichgewicht in der Gesellschaft erreicht werden soll – er
erfüllt sie auch Gott gegenüber, so dass er entweder im irdischen oder
im jenseitigem Leben, seinen Lohn dafür erwarten kann.
Man muss wissen, dass alles was im Islam eine Pflicht ist, zugleich
auch ein Recht ist (s.o. unter Din). Denn das arabische Wort für
"Recht" (Haqq) bedeutet auch zugleich "Pflicht": Ein Kind hat das Recht
auf Pflege, Ernährung und religiöse Unterweisung durch seine Eltern.
Und andersherum haben die Eltern die Pflicht ihre Kinder zu pflegen, zu
ernähren und sie in ihrer Religion zu unterweisen.
[1] "Gott will es euch leicht machen, nicht schwer." (2:185); "Gott
verlangt von niemand mehr, als er zu leisten vermag." (2:286); "Gott
will euch nichts auferlegen, was euch bedrückt." (5:6)
[2] Vgl. Sahih al-Buhari: iman 1,2; Sahih Muslim: iman 19-22;
at-Tirmizi: iman 3; an-Nasa’i: iman 13; Ahmad ibn Hanbal: 2:26,93,120,
4:374
[3] Vgl. 14:40-41, 26:83, 40:65
[4] Dieses Fest dauert vier Tage
[5] Dieses Fest dauert drei Tage
[6] Vgl. auch Koran 2:219
[7] Die Hadsch kann während der Monate Sawwal, Dul-Qa’da und
Dul-Hidschra erfolgen.
[8] So wie unser Herz unser Blut durch die Zirkulation reinigt,
symbolisiert die Umkreisung der Kaaba, die Reinigung der Muslime von
ihren Sünden.
[9] Vgl. Sahih a.-Buhari: Hadsch 4; Dschihad 1; vgl. auch Sunan Ibn
Magah: Manasik 44
[10] In diesen Bereich gehören z.B. die Eheschließung und Scheidung,
Erbrecht, Schächtung und Speisevorschriften etc.
Geschichte des Islams
Einführung in die Geschichte des Islam
Die Geschichte des Islams umfasst nun mehr als vierzehn Jahrhunderte
der Weltgeschichte. Sicherlich wird eine kurze Einführung wie diese
nicht annähernd ausreichen, die gesamte Geschichte des Islams
wiederzugeben, sie soll nur einige Orientierungspunkte bieten.
Am Ende dieser Ausführung werden Hinweise zur weiterführenden
deutschsprachigen Literatur gegeben, der sich Interessierte bedienen
können.
Die rechtgeleiteten Kalifen
Im Jahre 632 schied der Prophet Muhammad aus dem Leben. Er hinterließ
nicht nur eine Religion mit mehreren hunderttausend Anhängern, die von
der Lehre des Islam durchdrungen waren, sondern auch einen Staat, der
aus dem nichts entstanden war, aber nun über die ganze arabische
Halbinsel herrschte.
Nach seinem Tod wurde sein engster Freund und Vertrauter Abu Bakr zu
seinem Nachfolger gewählt. Zu dieser Zeit war der Staat von Medina
schon im Kriegszustand mit den damaligen zwei Weltmächten Byzanz und
Iran. Ein muslimischer Gesandter war auf byzantinischem Boden ermordet
worden. Der Kaiser hatte, statt den Schaden wiedergutzumachen, es
vorgezogen, den Muslimen eine Armee entgegenzuschicken.
Im Iran waren seit Jahren blutige Auseinandersetzungen zwischen der
Zentralregierung und den arabischen Kolonien im Gange, nachdem einige
der Stämme in den Kolonien den Islam annahmen, wuchs das Problem zu
einem internationalen Konflikt.
Schnell waren die byzantinischen und iranischen Gebiete in Palästina,
Syrien Iran und Irak muslimisch, denn die Sympathie des Volkes galt den
Muslimen. Dazu sagt der niederländische Islamwissenschaftler De Goeje
in seinem Buch "Memoire sur la conquete de la Syrie": "Tatsächlich war
die Stimmung in Syrien sehr günstig für die Araber, und sie haben dies
verdient; denn die Milde, mit der sie die Besiegten behandelten, stand
in starkem Gegensatz zu der armseligen Willkürherrschaft/ Tyrannei der
vorhergehenden (byzantinischen) Herrscher". Eines der prägsamsten
Vorfälle aus dieser Zeit ist wohl der Auszug der Muslime aus der Stadt
Hims. Vor dem Auszug wurden aber alle eingezogenen Steuern wieder an
das ausschließlich nicht-muslimische Volk zurückgegeben, "denn wenn man
ihnen keinen Schutz gewähren könne, habe man auch kein Anrecht auf
Abgaben".
Zu Zeiten Omars (634-644) herrschten die Muslime von Tripolis (Libyen)
bis Balkh (Afghanistan) und von Armenien bis Gudschrat (Indien) und
Sind (Pakistan). Unter seinem Nachfolger Osman (644-656) regierten sie
bereits in Nubien und hatten einen Teil Andalusiens (Spanien) erobert.
Im Osten war der Oxus schon überschritten und einige chinesische
Provinzen erreicht worden.
Knapp fünfzehn Jahre nach dem Tod des Propheten herrschten die Muslime
schon über ein Reich von der Größe Europas. Das Überraschende aber war,
dass die muslimischen Armeen in keinem einzigen Fall die Bevölkerung
als solche bekämpften, der Islam verbreitete sich keineswegs mit "Feuer
und Schwert", sondern dank seiner Anziehungskraft als Religion und
Zivilisation. Die Menschen liefen scharenweise zu den Muslimen über.
Auch die Spaltung der Muslime im Jahre 656 in Sunniten, Schiiten und
Kharidschiten konnte die immens schnelle Verbreitung des Islam nicht
aufhalten.
Die Geschichte macht es jedoch deutlich, dass die Legende von den
fanatischen Muslimen, die durch die Welt stürmen und dem Islam die
Charakterzüge des Schwertes über die eroberten Rassen aufzwingen, die
launischste und absurdeste Erfindung ist, die die Geschichtsschreiber
je weiter verbreitet haben.
(De Lacy O'Leary, Islam at the Crossroads, London, 1923, S.8)
Die Umayyaden
Beim Tode des dritten Kalifen Osman brach in der muslimischen Welt ein
Nachfolgekrieg aus, der in den nächsten 20 Jahren immer wieder
aufflammte. Nach dem Regierungsantritt Abdulmaliks (685-705) war die
Regierung wieder gefestigt. In relativ kurzer Zeit wurde Marokko,
Spanien, Nord-Indien und Turkmenistan muslimisch. Die Hauptstadt wurde
von Medina nach Damaskus verlegt. Das Verlegen des Regierungssitzes
hatte wohl auch zur Folge, dass die religiöse Glut schwächer, der Hang
zum Weltlichen aber immer stärker wurde. Luxus und Verschwendung und
auch Vetternwirtschaft breitete sich stark aus.
Die Erfolge beschränkten sich aber nicht nur auf den militärischen
Bereich, auch auf sozialer und geistiger Ebene gab es einen großen
Aufschwung. Besonders fruchtbar war die kurze Regierung des Omar ibn
Abdulaziz (717-720), der durch seine Frömmigkeit die Zeit von Omar und
Abu Bakr aufleben ließ. Unter seiner Herrschaft gedeihte die
Wissenschaft in besonderem Maße, so dass es eine große Anzahl von
Gelehrten gab, die auch in späteren Zeiten richtungsweisend waren.
Aus dieser Zeit zeugen noch einige wichtige Baudenkmäler, wie z.B. der
Felsendom in Jerusalem (erbaut 691).
Verbreitungsgebiete des Islam bis 732.
Die Abbasiden
Im Jahre 750 stiegen die Abbasiden zur Macht auf. Gleichzeitig vollzog
sich die erste Spaltung des Reiches, da in Cordoba (Spanien) ein
Gegenkalifat errichtet wurde, das bis in das Jahr 1492 bestand. Die
Abbasiden verlegten die Hauptstadt von Damaskus nach Bagdad. Besondere
Eroberungen während der Zeit der Abbasiden gab es kaum. Die Abbasiden
führten auch zum ersten Mal an die Stelle der Volksarmee ein
Söldnerheer ein, das hauptsächlich aus Türken bestand. Dies führte
dazu, dass ein Lehnswesen entstand, die zu weitestgehender
Unabhängigkeit der Provinzen führte. Die abbasidischen Kalifen verloren
mehr und mehr ihre Souveränität, sodass sie nach einem Jahrhundert
Herrschaft nur noch über ihren Palast herrschten. Sie hatten ihre Macht
an die Statthalter, die Emire in den Provinzen verloren und waren
schließlich nur dem Namen nach Staatsoberhaupt.
Unter den Abbasiden wurde nach Sizilien auch ein großer Teil von
Süditalien erobert. Auch die Kreuzzüge fallen in ihre Regierungszeit.
Im 13. Jahrhundert fielen die Mongolen in die islamischen Länder ein
und zerstörten im Jahre 1258 die Hauptstadt Bagdad. Dies führte unter
anderem auch zu einem weitgehenden Erliegen der Wissenschaften in den
ost- islamischen Gebieten, während Andalusien davon wenig berührt
wurde. Die Zerstörung der Hauptstadt führte dazu, dass das abbasidische
Kalifat vollends zerfiel.
Das andalusische Kalifat
Nachdem die Abbasiden im Osten das Kalifat übernahmen, sagte sich das
andalusische Reich von diesen ab und gründete in Spanien einen
unabhängigen Staat. Dies bestand bis 1492, bis ihre letzten Spuren von
der Inquisition der kastillischen Herrscher weggewischt wurden. In
ihrer über 800 Jahre dauernden Regierungszeit machten die andalusischen
Herrscher Spanien zu einem Hort des Wohlstands und der Wissenschaft.
Scharen von nicht-muslimischen Studenten wurden von den muslimischen
Universitäten in Andalusien angezogen, an denen Muslime, Christen und
Juden gemeinsam Lehrstühle hatten. Bis zur Inquisition konnten diese
Gruppen ohne Probleme zusammenleben. Als diese Ausbrach, hatten die
Muslime und Juden die Wahl vor der grausamen Ermordung auf spanischem
Boden oder die Auswanderung auf andere islamische Gebiete. Nicht alle
hatten die Chance, den zweiten Weg zu wählen. Bemerkenswert in diesem
Zusammenhang war auch, dass die andalusischen Juden es weiterhin
vorzogen, unter muslimischer Herrschaft weiterzuleben und deswegen in
andere islamische Gebiete auswanderten (Tunesien, Osmanisches Reich
usw.)
Seldschuken und Osmanen
Im 11. Jahrhundert traten erstmals die Seldschuken auf, die sehr bald
Mittel- und Kleinasien unterworfen hatten. Als Hauptstadt hatten sie
Konya gewählt. Ab dem Ende des 13.Jahrhunderts (1299) wurden sie von
den Osmanen abgelöst. Diese überschritten dann als erste den Bosporus
und eroberten schließlich 1453 Konstantinopel (Istanbul) und belagerten
zweimal die kaiserliche Hauptstadt Wien (1529, 1683). Im 16.Jahrhundert
reichte das Reich von Österreich in Europa bis nach Algerien und Tschad
in Nordafrika, von Georgien in Asien bis zum Jemen. Danach begann aber
auch der Abstieg dieses Reiches, bis vom alten Osmanischen Reich nur
noch das Gebiet der heutigen Türkei übrig blieb.

Cedid Atlas (1803) Aus einem Lehrbuch der Osmanische Militärschule
- Cedid Atlas (1803)
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