„Nichts ist der Anbetung würdig außer Gott, und
Muhammad ist
Gottes Gesandter." Diese Glaubensbekundung nennt man die Schahadah,
einen
einfachen Satz, den alle Gläubigen aussprechen. Die Bedeutung dieser
Bekundung
ist der Glaube, daß der einzige Zweck des Lebens darin besteht, Gott zu
dienen
und gehorsam zu sein, und dies wird erlangt durch die Befolgung der
Lehren und
Verhaltensweisen des letzten Propheten Muhammad.
Salah ist die Bezeichnung für das Gebet, das zu
fünf
Tageszeiten verrichtet wird und eine unmittelbare
Verbindung zwischen dem Betenden und Gott bedeutet.
Zu diesen fünf rituellen Gebeten gehören Verse aus
dem
Koran, und sie werden in arabischer Sprache, der Sprache der
Offenbarung,
gesprochen. Persönliche Gebete können indes in der jeweils eigenen
Sprache und
zu jeder beliebigen Zeit erfolgen.
Ein wichtiger Grundsatz des Islam ist, daß alles
Gott
gehört, und daß folglich Reichrum dem Menschen nur anvertraut ist. Das
Wort
Zakah bedeutet sowohl „Reinigung" als auch „Wachstum". Einen Anteil
für die Bedürftigen beiseite zu legen reinigt unser Vermögen, und wie
beim
Zurückschneiden der Pflanzen führt es zur Ausgewogenheit und neuem
Wachstum........
Jedes Jahr im Monat Ramadan fasten alle Muslime,
die dazu
imstande sind, vom Beginn der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang —
durch
Enthaltsamkeit vom Essen, Trinken und der geschlechtlichen Beziehung
mit dem
Ehepartner. Wenn auch das Fasten gesundheitlich gut tut, ist es doch
hauptsächlich ein Weg der Selbstreinigung und der Selbstbeherrschung.
Während
der Fastende sich, auch wenn es nur kurzzeitig ist, von den weltlichen
Genüssen
trennt, richtet er sich auf seinen eigentlichen Lebenszweck hin aus,
indem er
sich andauernd der Gegenwart Gottes bewußt ist.
Die Wallfahrt nach Mekka, Hadsch, ist nur für
diejenigen
eine Pflicht, die dazu körperlich und finanziell imstande sind.
Trotzdem kommen
jedes Jahr mehr als zwei Millionen Menschen von allen Teilen der Erde
nach
Mekka, was den Angehörigen der unterschiedlichsten Nationen eine
einmalige
Möglichkeit der Begegnung bietet.
Die alljährliche Hadsch beginnt im zwölften Monat
des
islamischen Mondjahres. Die Wallfahrer tragen besondere Kleidung:
einfache
Gewänder, die alle Unterschiede der Klasse und Kultur aufheben, so daß
alle
gleich vor Gott dastehen.
Zu den Riten der Hadsch, die auf Abraham
zurückgehen, gehört
das siebenmalige Umschreiten der Kaaba und der siebenmalige Gang
zwischen den
Hügeln Safa und Marwa, wie es Hagar (Abrahams Frau) bei ihrer Suche
nach Wasser
tat. Später stehen die Wallfahrer miteinander in der weiten Ebene von
Arafat
(eine große Wüstengegend außerhalb von Mekka) und beteiligen sich am
Gebet um
Gottes Vergebung, was oftmals als eine Vorausschau auf ' den Tag der
Auferstehung betrachtet wird.
Den Abschluß der Hadsch bildet ein Fest, der Tag
des
«ldu-l-adha», das überall in muslimischen Gemeinden mit Gebet und
Austausch von
Geschenken begangen wird. Dieser Tag und «ldu-l-fitr», der Festtag am
Ende des
Ramadan, sind die beiden Feiertage des islamischen Kalenders.